Minoritenkirche

in Linz, April 2023

Die Linzer Minoritenkirche, auch Landhauskirche genannt, ist eine römisch-katholische Kirche in der Innenstadt von Linz. Die Rokokokirche mit dem Patrozinium Mariä Verkündigung befindet sich im Besitz der oberösterreichischen Landesregierung, ist Filialkirche der Stadtpfarre von Linz und wird von der Priesterbruderschaft St. Petrus genutzt, in deren Händen auch das Kirchenrektorat liegt.

Mit dem Bau einer gotischen Kirche dürfte im Jahr 1278 begonnen worden sein. Die ursprünglich zweischiffige gotische Minoritenkirche wurde ab 1751 vom Linzer Maler- und Baumeister Johann Matthias Krinner umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen. Die Nordseite der Kirche ist, da sie in Ost-West-Richtung in der Häuserzeile errichtet wurde, die Schauseite des Gotteshauses. Diese ist dreigeschoßig und reich gegliedert und wird von einer großen Dachfläche gekrönt. Durch zwei Portale gelangt man in das Innere der Kirche. Der Turm, welcher sich östlich an das Presbyterium anschließt, wurde 1699 durch Franz Michael Pruckmayr errichtet.

MINORITENKIRCHE - Kloster im 13. Jahrhundert von den Wallseern gegründet; Umbau der Kirche durch J.M.Krinner 1753-1759; Altarbilder von Barockmaler Bartolomeo Altomonte und Kremser-Schmidt

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Das Linzer Franziskanerkloster stellt die erste Niederlassung des 1210 gegründeten Franziskanerordens (fratres minores, „Minderbrüder“, Minoriten) in Oberösterreich dar. Bereits 1236 sind die Brüder in Linz zum ersten Mal urkundlich nachgewiesen. Klösterliches Zusammenleben, Ausübung der Seelsorge und ein Leben im Geist ihres Gründers Franz von Assisi charakterisierten das Wirken des Ordens. Lange Zeit das einzige Kloster von Linz, war es ein Zentrum der Seelsorge für die Stadt.

Das Linzer Minoritenkloster wurde 1785 von Kaiser Joseph II. aufgehoben. Die Ordensleute mussten gehen, das Klostergebäude wurde zu Regierungszwecken verwendet. Heute befindet sich in ihm die Landesregierung von Oberösterreich. Die Kirche ist seitdem ein Filialgotteshaus der Stadtpfarre und wird seit etwa 1990 von der Priesterbruderschaft St. Petrus für ihre Gottesdienste genutzt.

Der Innenraum der Linzer Minoritenkirche zeigt sich dem Betrachter als heiterer, eleganter Kirchenraum des Rokoko. Dem Chor im Osten schließt sich durch einen Triumphbogen abgeteilt das Langhaus mit seinen sechs großen Nischen, in welchen sich die Seitenaltäre befinden, an. Unter der Orgelempore findet man den Allerseelenaltar und den rückwärtigen Teil der Kirchenstühle aus dem 17. Jahrhundert, während die Kirchenstühle im Langhaus aus dem 18. Jahrhundert stammen. Das Gewölbe weist schlichte, aber edle Rocaille-Stuckaturen als Zierde auf. Am Chorbogen ist in einer Rocaille-Kartusche das Wappen des Minoritenordens zu sehen. Einzig das Gewölbe des Presbyteriums ist reicher stuckiert und zeigt das Auge Gottes, von dem Strahlenbündel ausgehen, umrahmt von Engelsköpfen und Gewölk. In den Gewölbezwickeln sind – ebenfalls in Stuck gearbeitet – die vier abendländischen Kirchenväter zu sehen. Der Betrachter erhält den Eindruck eines sakralen Festsaales beim Anblick dieser einzigen Rokokokirche der Stadt Linz.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Die Seitenaltäre der Minoritenkirche stellen eine Besonderheit dar, da bei ihnen Altar und Architektur zu verschmelzen scheinen, bedingt durch den Einbau in die Altarnischen. Auch sie sind in Stuckmarmor ausgeführt und gelten als Glanzleistungen des Rokoko in Österreich.

Der Johannes-von-Nepomuk-Altar mit dem Bild des Heiligen als Fürbitter bei Gott. Dem Bild des Johannes von Nepomuk assistieren die beiden Heiligen Margaretha und Katharina von Alexandrien. Hl. Johannes von Nepomuk v. Kremser- Schmidt.

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Der Mariahilf-Altar, welcher eine Kopie des Gnadenbildes von Passau bzw. Innsbruck birgt, flankiert von den Heiligen Barbara und Apollonia. Marienaltar (Nachbildung der Innsbrucker Madonna), Schnitzwerke v. Hiebl u. Veitl.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

 uf der Evangelienseite befinden sich von vorne gesehen: der Kreuzaltar (Christus am Kreuz), dessen Altarblatt (Kremser Schmidt) von den Statuen der Schmerzensmutter und des hl. Johannes des Evangelisten begleitet wird.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Die Kanzel der Minoritenkirche stammt aus dem Jahr 1767 und wird noch heute zum Predigen genutzt. Sie kann vom Gang zwischen Sakristei und Presbyterium aus betreten werden. Der Kanzelkorb ist geziert mit den Symbolen der vier Evangelisten und vier Reliefs mit den Darstellungen der hl. Maria Magdalena als Büßerin, der Bußpredigt des hl. Johannes des Täufers, des hl. Franziskus, sowie der ehernen Schlange. Der Schalldeckel weist an der Unterseite die Taube als Symbol des Hl. Geistes auf. Auf dem Schalldeckel selbst befindet sich eine Rokokostatue des Guten Hirten.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Bereits im Jahr 1501 ist eine Orgel in der Minoritenkirche erwähnt. Der mächtige Orgelprospekt stammt vom Jahr 1853 und wurde unter Verwendung von Teilen eines Orgelprospekts aus dem 18. Jahrhundert errichtet. Er trägt in der Mitte als Bekrönung das Wappen Oberösterreichs. Das Gehäuse diente Werken von Ludwig Mooser (Salzburg) und Leopold Breinbauer (Ottensheim). Das jetzige Orgelwerk wurde vom Sommer 2008 bis Mai 2009 als nachhaltiger Beitrag des Landes Oberösterreich zum Projekt „Linz Kulturhauptstadt 2009“ vom Dresdner Orgelbaumeister Kristian Wegscheider neu eingebaut. Die Orgel verfügt über 27 klingende Register und hat als Stimmton a‘ = 415 Hz. Eine Besonderheit ist, dass die Orgel der Minoritenkirche als klassische sächsische Barockorgel angelegt wurde.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

 Der mächtige, die ganze Ostfront des Presbyteriums einnehmende Hochaltar von Paul Sattler, wurde 1756 in Stuckmarmor aufgeführt. Über der Mensa des Altares befindet sich der Tabernakel aus dem Jahr 1895 mit zwei anbetenden Engeln aus dem 18. Jahrhundert. Das Altarbild über dem Tabernakel stellt die Verkündigung Mariens dar und wurde von dem Barockmaler Bartolomeo Altomonte geschaffen. Dieses Werk bildet ein Glanzstück der Minoritenkirche. Der Auszug des Altares zeigt eine vergoldete Gruppe mit Gott Vater, welcher von Engeln umgeben ist. Zu beiden Seiten des Altarbildes sind innen die Eltern Mariens, Joachim und Anna, zu sehen, außen die beiden Minoritenheiligen Ludwig von Toulouse und der Kirchenlehrer Bonaventura. Über deren Häuptern sind zwei Fenster zu sehen, die zum heute nicht mehr vorhandenen Betchor des Minoritenkonvents gehören.

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Auf der Epistelseite sind, ebenfalls von vorne gesehen: der Franziskusaltar, mit dem Bild der Stigmatisierung des hl. Franziskus, begleitet von den Statuen der heiligen Apostel Jakobus des Älteren und Judas Taddhäus. Seitenaltar Franziscus Seraphicus v. Kremser-Schmidt

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Der Antoniusaltar mit einem Tafelbild des hl. Antonius, des großen Wundertäters von Padua, als Assistenzfiguren die Heiligen Florian und Donatus. Seitenaltar Hl. Antonius Schnitzwerke v. Hiebl u. Veitl

Minoritenkirche in Linz, April 2023

Der Joseph-von-Copertino-Altar, der eine Levitation des hl. Josef von Copertino zeigt. Dieses interessante Werk wird begleitet von den Heiligen Sebastian und Rochus. Seitenaltar  Hl. Joseph Copertino v. Kremser-Schmidt

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Unter der Empore findet sich noch der Allerseelenaltar mit einem Altarbild aus dem 17. Jahrhundert, welches die Gottesmutter als Fürbitterin der Armen Seelen bei ihrem göttlichen Sohn zeigt. Auf der Mensa des Altares wird eine ausdrucksstarke Pietà aus dem beginnenden 18. Jahrhundert verehrt.

 Minoritenkirche in Linz, April 2023

Umfang der neuen Pummerin für den Wiener Stephansdom bei der Landhausbrücke am Landhausplatz

UMFANG DER NEUEN PUMMERIN DIE VOM LAND OBEROeSTERR. DEM WIENER STEPHANSDOM GESPENDET WURDE UND VON DIESEM PLATZ AUS 1952 IHRE TRIUMPHFAHRT NACH WIEN ANTRAT.
GEWIDMET 1956 VON DER -GESELLSCHAFT DER FREUNDE DER STADT LINZ-

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