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Die Linzer Minoritenkirche, auch Landhauskirche
genannt, ist eine römisch-katholische Kirche in der Innenstadt von
Linz. Die Rokokokirche mit dem Patrozinium Mariä Verkündigung befindet
sich im Besitz der oberösterreichischen Landesregierung, ist
Filialkirche der Stadtpfarre von Linz und wird von der
Priesterbruderschaft St. Petrus genutzt, in deren Händen auch das
Kirchenrektorat liegt.
Mit dem Bau einer gotischen Kirche dürfte im Jahr 1278 begonnen worden
sein. Die ursprünglich zweischiffige gotische Minoritenkirche wurde ab
1751 vom Linzer Maler- und Baumeister Johann Matthias Krinner umgebaut
und erhielt ihr heutiges Aussehen. Die Nordseite der Kirche ist, da sie
in Ost-West-Richtung in der Häuserzeile errichtet wurde, die Schauseite
des Gotteshauses. Diese ist dreigeschoßig und reich gegliedert und wird
von einer großen Dachfläche gekrönt. Durch zwei Portale gelangt man in
das Innere der Kirche. Der Turm, welcher sich östlich an das
Presbyterium anschließt, wurde 1699 durch Franz Michael Pruckmayr
errichtet.
MINORITENKIRCHE - Kloster im 13. Jahrhundert von den Wallseern
gegründet; Umbau der Kirche durch J.M.Krinner 1753-1759; Altarbilder
von Barockmaler Bartolomeo Altomonte und Kremser-Schmidt

Das Linzer Franziskanerkloster stellt die erste Niederlassung des 1210
gegründeten Franziskanerordens (fratres minores, „Minderbrüder“,
Minoriten) in Oberösterreich dar. Bereits 1236 sind die Brüder in Linz
zum ersten Mal urkundlich nachgewiesen. Klösterliches Zusammenleben,
Ausübung der Seelsorge und ein Leben im Geist ihres Gründers Franz von
Assisi charakterisierten das Wirken des Ordens. Lange Zeit das einzige
Kloster von Linz, war es ein Zentrum der Seelsorge für die Stadt.
Das Linzer Minoritenkloster wurde 1785 von Kaiser Joseph II.
aufgehoben. Die Ordensleute mussten gehen, das Klostergebäude wurde zu
Regierungszwecken verwendet. Heute befindet sich in ihm die
Landesregierung von Oberösterreich. Die Kirche ist seitdem ein
Filialgotteshaus der Stadtpfarre und wird seit etwa 1990 von der
Priesterbruderschaft St. Petrus für ihre Gottesdienste genutzt.
Der Innenraum der Linzer Minoritenkirche zeigt sich dem Betrachter als
heiterer, eleganter Kirchenraum des Rokoko. Dem Chor im Osten schließt
sich durch einen Triumphbogen abgeteilt das Langhaus mit seinen sechs
großen Nischen, in welchen sich die Seitenaltäre befinden, an. Unter
der Orgelempore findet man den Allerseelenaltar und den rückwärtigen
Teil der Kirchenstühle aus dem 17. Jahrhundert, während die
Kirchenstühle im Langhaus aus dem 18. Jahrhundert stammen. Das Gewölbe
weist schlichte, aber edle Rocaille-Stuckaturen als Zierde auf. Am
Chorbogen ist in einer Rocaille-Kartusche das Wappen des
Minoritenordens zu sehen. Einzig das Gewölbe des Presbyteriums ist
reicher stuckiert und zeigt das Auge Gottes, von dem Strahlenbündel
ausgehen, umrahmt von Engelsköpfen und Gewölk. In den Gewölbezwickeln
sind – ebenfalls in Stuck gearbeitet – die vier abendländischen
Kirchenväter zu sehen. Der Betrachter erhält den Eindruck eines
sakralen Festsaales beim Anblick dieser einzigen Rokokokirche der Stadt
Linz.

Die Seitenaltäre der Minoritenkirche stellen eine Besonderheit dar, da
bei ihnen Altar und Architektur zu verschmelzen scheinen, bedingt durch
den Einbau in die Altarnischen. Auch sie sind in Stuckmarmor ausgeführt
und gelten als Glanzleistungen des Rokoko in Österreich.
Der Johannes-von-Nepomuk-Altar mit dem Bild des Heiligen als Fürbitter
bei Gott. Dem Bild des Johannes von Nepomuk assistieren die beiden
Heiligen Margaretha und Katharina von Alexandrien. Hl. Johannes von
Nepomuk v. Kremser- Schmidt.

Der Mariahilf-Altar, welcher
eine Kopie des Gnadenbildes von Passau bzw. Innsbruck birgt, flankiert
von den Heiligen Barbara und Apollonia. Marienaltar (Nachbildung der
Innsbrucker Madonna), Schnitzwerke v. Hiebl u. Veitl.

uf der Evangelienseite befinden sich von vorne gesehen: der Kreuzaltar
(Christus am Kreuz), dessen Altarblatt (Kremser Schmidt) von den
Statuen der Schmerzensmutter und des hl. Johannes des Evangelisten
begleitet wird.

Die Kanzel der Minoritenkirche stammt aus dem Jahr 1767 und wird noch
heute zum Predigen genutzt. Sie kann vom Gang zwischen Sakristei und
Presbyterium aus betreten werden. Der Kanzelkorb ist geziert mit den
Symbolen der vier Evangelisten und vier Reliefs mit den Darstellungen
der hl. Maria Magdalena als Büßerin, der Bußpredigt des hl. Johannes
des Täufers, des hl. Franziskus, sowie der ehernen Schlange. Der
Schalldeckel weist an der Unterseite die Taube als Symbol des Hl.
Geistes auf. Auf dem Schalldeckel selbst befindet sich eine
Rokokostatue des Guten Hirten.

Bereits im Jahr 1501 ist eine Orgel in der Minoritenkirche erwähnt. Der
mächtige Orgelprospekt stammt vom Jahr 1853 und wurde unter Verwendung
von Teilen eines Orgelprospekts aus dem 18. Jahrhundert errichtet. Er
trägt in der Mitte als Bekrönung das Wappen Oberösterreichs. Das
Gehäuse diente Werken von Ludwig Mooser (Salzburg) und Leopold
Breinbauer (Ottensheim). Das jetzige Orgelwerk wurde vom Sommer 2008
bis Mai 2009 als nachhaltiger Beitrag des Landes Oberösterreich zum
Projekt „Linz Kulturhauptstadt 2009“ vom Dresdner Orgelbaumeister
Kristian Wegscheider neu eingebaut. Die Orgel verfügt über 27 klingende
Register und hat als Stimmton a‘ = 415 Hz. Eine Besonderheit ist, dass
die Orgel der Minoritenkirche als klassische sächsische Barockorgel
angelegt wurde.

Der mächtige, die ganze Ostfront des Presbyteriums einnehmende Hochaltar
von Paul Sattler, wurde 1756 in Stuckmarmor aufgeführt. Über der Mensa
des Altares befindet sich der Tabernakel aus dem Jahr 1895 mit zwei
anbetenden Engeln aus dem 18. Jahrhundert. Das Altarbild über dem
Tabernakel stellt die Verkündigung Mariens dar und wurde von dem
Barockmaler Bartolomeo Altomonte geschaffen. Dieses Werk bildet ein
Glanzstück der Minoritenkirche. Der Auszug des Altares zeigt eine
vergoldete Gruppe mit Gott Vater, welcher von Engeln umgeben ist. Zu
beiden Seiten des Altarbildes sind innen die Eltern Mariens, Joachim
und Anna, zu sehen, außen die beiden Minoritenheiligen Ludwig von
Toulouse und der Kirchenlehrer Bonaventura. Über deren Häuptern sind
zwei Fenster zu sehen, die zum heute nicht mehr vorhandenen Betchor des
Minoritenkonvents gehören.

Auf der Epistelseite sind, ebenfalls von vorne
gesehen: der Franziskusaltar, mit dem Bild der Stigmatisierung des hl.
Franziskus, begleitet von den Statuen der heiligen Apostel Jakobus des
Älteren und Judas Taddhäus. Seitenaltar Franziscus Seraphicus v. Kremser-Schmidt

Der Antoniusaltar mit einem Tafelbild des hl. Antonius, des großen Wundertäters von Padua, als Assistenzfiguren die Heiligen Florian und Donatus. Seitenaltar Hl. Antonius Schnitzwerke v. Hiebl u. Veitl

Der Joseph-von-Copertino-Altar,
der eine Levitation des hl. Josef von Copertino zeigt. Dieses
interessante Werk wird begleitet von den Heiligen Sebastian und Rochus. Seitenaltar Hl. Joseph Copertino v. Kremser-Schmidt

Unter der Empore findet sich noch der Allerseelenaltar mit einem
Altarbild aus dem 17. Jahrhundert, welches die Gottesmutter als
Fürbitterin der Armen Seelen bei ihrem göttlichen Sohn zeigt. Auf der
Mensa des Altares wird eine ausdrucksstarke Pietà aus dem beginnenden
18. Jahrhundert verehrt.

Umfang der neuen Pummerin für den Wiener Stephansdom bei der Landhausbrücke am Landhausplatz
UMFANG DER NEUEN PUMMERIN DIE VOM LAND OBEROeSTERR. DEM WIENER
STEPHANSDOM GESPENDET WURDE UND VON DIESEM PLATZ AUS 1952 IHRE
TRIUMPHFAHRT NACH WIEN ANTRAT.
GEWIDMET 1956 VON DER -GESELLSCHAFT DER FREUNDE DER STADT LINZ-
