Pöstlingbergkirche

in Linz, April 2023

Die Pöstlingbergkirche ist eine römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche auf der Kuppe des Pöstlingberges im Linzer Stadtteil Pöstlingberg. Sie ist dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens geweiht, das Patrozinium wird am 15. September begangen. 1964 wurde die Kirche durch Papst Paul VI. zur Basilica minor erhoben. Seit dem 1. Jänner 2023 gehört sie als eine von 8 Pfarrteilgemeinden zur Pfarre Urfahr der Diözese Linz.

Nördlich der Donau bei Linz erhebt sich in 539 m Höhe - umgeben vom Grün des Pöstlingberges - die imposante Wallfahrts-Basilika zu Ehren der „Sieben Schmerzen Mariä". Ein Blick von der südseitigen Terrasse eröffnet eine Fernsicht weit ins Landesinnere hinein, die ihresgleichen sucht. Diese einmalige Lage hoch über den Dächern der Landeshauptstadt hat die Basilika zu Recht zum würdigen Wahrzeichen von Linz werden lassen. Die helle zweitürmige Kirchenfassade imponiert durch die weiße, mit zartem Rosa durchzogene Farbgebung im Kontrast zu den dunklen Turmhelmen. Diese Schauseite ist zur Mitte hin leicht vorgewölbt und durch toskanische Kolossalpilaster gegliedert. Der Pöstlingberg dürfte schon sehr bald besiedelt worden sein, wie Funde aus der Frühgeschichte beweisen. Bereits 827 ist ein „Chestinperg" urkundlich belegt.

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

Das Kirchenäußere wird vom Fassadenbau mit einer reich gegliederte Doppelturmfassade, der mittiger Teil sich leicht nach vorne auswölbt, bestimmt. Die Doppelturmfassade ist die dominante Schauseite zur Stadt Linz. Die Fassade ist weiß und in einem hellen rosarot gehalten, die ebenfalls reich gegliederten Turmhelme sind schwarz. Die weiteren glatten Fassaden bilden die Kreuzkuppelkirche ab. Die rechte Querarmfassade zeigt den Steinbloß-Stil des Mühlviertels. Die rechte und hintere Fassade ist mit Faserzementplatten geschindelt. Die linke Längsfassade ist ungegliedert einfach verputzt und zeigt im Chorbereich ein Fresko mit einer Sonnenuhr mit der Darstellung Franz Anton Obermayr überträgt das Gnadenbild in die neu erbaute Kirche. Die Kuppel wird vom Walmdach verdeckt. Die niedrigeren zweigeschoßigen Anbauten vom Chorwinkel bis zur Apsis sind symmetrisch. Im Süden ist im Erdgeschoß die Sakristei und im Obergeschoß die Oratoriumskapelle. Im Norden ist im Erdgeschoß geteilt die Votivkapelle und eine Aufbahrungshalle und im Obergeschoß die sogenannte alte Schule.

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

Die Wallfahrt geht auf das Gnadenbild Maria Pöstlingberg zurück, einem Vesperbild mit Maria als Mater Dolorosa, das vom Linzer Bildhauer Ignaz Jobst geschaffen worden war. Am 29. November 1716, dem 1. Adventsonntag, trug der Laienbruder Franz Anton Obermayr, der „Ausgeher“ des Kapuzinerklosters in Urfahr, die Figur auf den Pöstlingberg und brachte sie bei einem Wetterkreuz an.

Ab 1720 wurde die Figur als Gnadenbild zur Pilgerstätte und bald errichtete man eine Holzkapelle für die Unterbringung der Votivgaben. Ab 1734 lebte Franz Anton Obermayr als Eremit am Pöstlingberg. In der Folge stifteten Joseph Gundomar Graf Starhemberg und Heinrich Maximilian Graf von Starhemberg eine Kirche. Ab 1742 wurde die Kirche nach den Plänen des Baumeisters Johann Matthias Krinner errichtet. Für den Fassadenbau der Kirche wird die Mitarbeit seines Sohnes, des Baumeisters Franz Xaver Krinner, angenommen. 1747 wurde das Gnadenbild in den vollendeten Chor übertragen, 1748 der zentrale Mittelbau fertiggestellt und die Kirche geweiht. Um 1774 wurde der Fassadenbau abgeschlossen. Die Weihe der gesamten Kirche erfolgte 1786 bei der Erhebung zur Pfarrkirche.

Am Triumph-Bogen ist zu lesen: ARA BEATAE (MARIAE) LUGENTIS NECEM FILII QUOTIDIE PRIVILE-GIATA (= Kryptogramm). „Täglich privilegierter Altar der seligen Maria, die den Tod ihres Sohnes beweint".

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Von der früheren „Schatzkammer" (rechts vorne) - 1809 von den Franzosen geplündert wurde 1976 die Hälfte abgetrennt und zu einer Aufbahrungshalle umgebaut, die von außen zugänglich ist.

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Der restliche Teil dient weiterhin als Votivkapelle mit Rokoko-Altar und Hl. Grab (von Meister Ludwig Max Linzinger 1897 gefertigt und 1932 von J. Mätzler erneuert). Der fast quadratische Raum ist mit Votivbildern als Dank für die Gebetserhörun-gen der Pilger geschmückt.

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Die zwei Deckenfresken beziehen sich auf Franz Obermayr, den „Vater" der Wallfahrt auf den Pöstlingberg. Diese wurden erst in jüngster Zeit freigelegt.

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

Die Kirche ist eine Kreuzkuppelkirche und hat einen kreisförmigen Zentralraum. Das Kreuz bildet der Längsraum mit dem Querraum, wobei der dem Eingang vorgelegte Raum mit der Orgelempore kurz ist und auch die Querarme kurz sind, während der nach Westen gerichtete Chor lang gestreckt ist. Der Zentralraum trägt über den vier eingerundeten Ecken der Vierung die Pendentifkuppel über Eckzwickeln. Im Osten wurde beim Eingang ein Fassadenbau mit dem Portal errichtet. Das Portal wird über eine zweiarmige Treppe erschlossen und vor dem Portal ist eine kleine Terrasse als Wartezone.

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Gnadenbild im Hochaltar (von Ignaz Jobst nach einer Kupferstich-Vorlage)

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

 Der Beginn der Wallfahrt auf den Pöstlingberg geht auf das Jahr 1716 zurück. Der bei den Kapuzinern in Linz beschäftigte Franz A. Obermayr war von einem Buch über das Leiden Christi so beeindruckt, dass er beim Linzer Bildhauer Ignaz Jobst ein Vesperbild anfertigen ließ. Am Wetterkreuz auf dem heutigen Pöstlingberg (ein Grundstück des Bauern Pößlinger) fand er einen würdigen Platz für seine Pietà. Diese Plastik wurde am ersten Adventsonntag feierlich am Wetterkreuz angebracht. Der „Grundstein" für die Wallfahrt und den späteren Bau der Kirche auf dem Pöstlingberg war damit gelegt.

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Bereits 1720 besuchten die ersten Pilger das Gnadenbild. Um die Votivgeschenke vor Verwitterung zu schützen, ließ Graf Gundomar von Starhemberg eine hölzerne Kapelle errichten. Ab 1738 erfolgte ein Neubau mit gemauertem Fundament und Holzwänden. In unmittelbarer Nähe dieser kleinen Kirche fand der Hausbau für das sog. „Lichtel-Weib" statt. Obermayr lebte in dieser bescheidenen Behausung ab 1734 unter dem Namen „Frater Franz Anton" als Eremit (vgl. Fresken in der Votivkapelle). Im selben Jahr übergab der Linzer Bürgermeister Johann Adam Pruner einen Betrag von 500 Gulden als erste Schenkung zum Bau der heutigen Basilika. Sie wurde 1742 begonnen und 1748 vollendet (benediziert am 9. Dezember 1748 durch den Dechanten von Eferding).

Schon am 15. Juli 1747 fand die feierliche Übertragung der Gnadenstatue in die neue Kirche statt (siehe Außenfresko an der Sonnenuhr). Die Fertigstellung der späteren klassizierenden Turmhelme erfolgte 1891/92. Am 15. Februar 1785 wurde Pöstlingberg durch Kaiser Joseph II. zur Pfarre erhoben. Am 2. Juli 1786 fand die feierliche Weihe der Pfarrkirche durch den ersten Linzer Bischof Ernst Johann Graf Herberstein statt. Am 17. Mai 1919 wurde das Kirchendach durch Blitzschlag zerstört, und am 31. Mai 1963 fielen der Nordturm und das Kirchendach einer Brandkatastrophe zum Opfer.

Das Gnadenbild eine schmerzhafte Gottesmutter mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoß steht heute im Zentrum des stark dominierenden Hochaltar-Aufbaus. Die farbig gefasste, bekrönte Gottesmutter ist von einem goldbemalten Strahlenkranz umgeben. Dieser ist mit Putten und Engeln mit Leidenswerkzeugen geziert. Ein silbernes Schwert weist hin auf die Wundmale des Erlösers und auf das schmerzliche Mitleiden seiner gebenedeiten Mutter. Zahlreiche kleine Wölkchen bereichern das gesamte Ensemble. Über der Pietà schwebt der Hl. Geist in Form einer silbernen Taube auf dem in Schwarz gehaltenen Kreuz Jesu. Am Zenit des barocken Hochaltar-Aufbaues ist Gottvater mit der Weltkugel zu sehen (Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit).

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Der Blickpunkt im hellen Kirchenraum ist zweifelsohne der mächtige Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert (nach 1747). Links und rechts stützen je zwei Kolossal-Säulen aus Marmor das geschwungene Gebälk. Zwischen diesen Säulenpaaren stehen zwei große Heiligenfiguren aus Holz - links die hl. Veronika mit dem Schweißtuch und rechts Dismas, der gute Schächer mit seinem Kreuz. Im Zentrum des goldenen Strahlenkranzes befindet sich die Gnadenstatue von Ignaz Jobst (1716). Über Gottvater ist das Wappenschild der Starhemberger Grafen angebracht. Die Hochaltar-Mensa mit dem barockisierten Tabernakel (1928) steht von der Rückwand abgetrennt und ist dadurch rundum begehbar. Den Abschluss nach oben bildet eine silberfarbene Taube in goldenem Strahlenkranz.

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Deckenfresko über dem Hauptaltar

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

Die in Schwarz und Gold gefasste Kanzel aus der Rokoko-Zeit wurde 1789 von der Kirche in Münzbach hierher übertragen. Auf dem Schalldeckel sind die drei göttlichen Tugenden - Glaube, Hoffnung und Liebe - figürlich dargestellt. Zuoberst am Schalldeckel der Rokoko-Kanzel steht der Gute Hirte als Symbol der Liebe.

 Pöstlingbergkirche in Linz, April 2023

Im Jahr 2023 wurde die neu gestaltete Orgel der Pöstlingbergkirche fertiggestellt. Bei der Gestaltung hat die in Linz geborene und international tätige Künstlerin VALIE EXPORT mitgewirkt. Der Schriftzug auf der Orgel "Wer begreift hat Flügel" ist auch von den Sitzbänken aus zu sehen und knüpft sowohl and die Verstandes-, als auch die Glaubensebene an.

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Die im Gegensatz zum dominierenden Hochaltar eher feingliedrig erscheinenden Seitenaltäre sind um 1750 aus künstlichem Marmor gefertigt worden. Für beide malte Anton Hitzenthaler der Jüngere die ausdrucksstarken Altargemälde (um 1819 bzw. 1831). Die Seitenaltäre fügen sich geschmackvoll in die Vierungspfeiler des Triumphbogens ein.

Der rechte Seitenaltar zeigt die Anbetung des göttlichen Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland. Die zwei Könige im Vordergrund haben ihre Knie bereits gebeugt und halten ihre mitgebrachten Gaben dem Jesuskind entgegen. Der Dritte steht in Demut dahinter. Sie überreichen ihre kostbaren Geschenke: Weihrauch, Gold und Myrrhe. Maria hält das Jesuskind schützend auf ihrem Schoß. Hinter ihr steht der hl. Josef mit Hirtenstab. Im Hintergrund ist die Stadt Betlehem mit Befestigungsmauer zu erkennen. Der Stern, der ihnen den Weg gewiesen, richtet seinen Strahl auf das Geschehen. Die flankierenden Heiligenfiguren stellen die Eltern von Johannes dem Täufer dar: Zacharias (mit gehörnter Mitra) und Elisabeth (mit Kopftuch). Im Altaraufsatz ist ebenfalls der Betlehem-Stern zu sehen. Wie auch beim linken Seitenaltar bekrönen Putten die seitlichen Pilaster, darüber schließt ein goldgefasstes Rankenwerk den Aufsatz ab.

Auf einer Konsole an der rechten Chorwand steht die barocke Statue des gegeißelten Heilandes (um 1750). Auf seinem Haupt trägt er eine Dornenkrone, die Hände sind gefesselt. Der Schmerzensmann mit gelbrotem Umhang ist prägnanter Ausdruck des Leidensmotivs in der Kirche. Auf der rechten Seite befindet sich eine Statue des hl. Leopold (Gründer des Stiftes Klosterneuburg mit Kirchenmodell).

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Das Bild des linken Seitenaltares hat die Verehrung des göttlichen Kindes durch die Hirten zum Inhalt. Fürsorglich hält die Gottesmutter ein weißes Leinentuch hoch, auf dem das Christkind gebettet ist. Die Hirten umringen die Krippe und blicken voll Ehrfurcht, die Hände zum Gebet gefaltet, auf den Erlöser. Im Hintergrund ist eine dämmrige Landschaft mit Hügeln zu sehen.

Das Altarbild flankieren zwei Holzstatuen, und zwar die Eltern der Gottesmutter: hl. Joachim mit Turban und hl. Anna mit Kopftuch und Buch. Sie stammen aus der Zeit um 1819. Im Aufsatz ist das Christus-Monogramm IHS inmitten eines Strahlenkranzes dargestellt.

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Die Orgel mit 32 Registern wurde im Jahr 2022 von der Firma Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth errichtet und von Valie Export künstlerisch gestaltet. Am 12. März 2023 erfolgte die feierliche Einweihung durch den Linzer Bischof Manfred Scheuer. Sie ersetzte die Orgel von der Linzer Orgelbauanstalt Gebrüder Mauracher, die drei Manuale und 37 Registern hatte und am 10. Okt. 1950 feierliche geweiht wurde. Die neue Orgel trägt ein breites Metallband mit dem Satz „Wer begreift, hat Flügel.“ Einige alte Orgelpfeifen aus dem Jahr 1942 verwendete Valie Export für die Installation „Oh Lord, Don't Let Them Drop That Atomic Bomb on Me“ im Kunsthaus Bregenz.

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Beim Betreten des Kirchenraumes beeindruckt das große runde Kuppelfresko mit einer Darstellung der Krönung Mariens durch die Heiligste Dreifaltigkeit im Scheitel - dazu am Außenrand Szenen vom 12-jährigen Jesus im Tempel, vom Kreuzestod Christi und der Grablegung Jesu. In den Gewölbezwickeln (Pendentifs) sind ovale Medaillons der vier Evangelisten zu sehen. Zwei von ihnen sind freskiert, die anderen beiden auf Glas gemalt.
Das Hauptfresko wie auch das zweite Kuppelgemälde und die Evangelisten-Medaillons wurden von Andreas Groll um 1899 ausgeführt.

Rundfresko in der Kuppel des Hauptschiffes von Andreas Groll (1899/1900)

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Hl. Josef mit Jesuskind

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Hl. Georg als Drachentöter

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Die 14 Kreuzweg-Bilder wurden vom akademischen Maler Andreas Strickner 1910 geschaffen.

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Neben dem linken Seitenaltar ist das marmorne Taufbecken mit dem hl. Johannes dem Täufer als Aufsatzfigur aufgestellt.

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Die Pöstlingbergkirche ist eine barocke, römisch-katholische Wallfahrtskirche auf der Spitze des Pöstlingberges. 1964 wurde die Kirche durch Papst Paul VI. zur „Basilica minor“ erhoben. Die Wallfahrt gründet auf das Gnadenbild der Maria als Pietà mit Schwert im Strahlenkranz mit Engeln zum Gedächtnis der sieben Schmerzen Mariens.

JOHANNES NEPOMUK - Märtyrer heiligen Schweigens
Johannes aus Pomuk in Böhmen wurde 1350 als Sohn eines Richters geboren. 1376 wurde er Notar des Prager erzbischöflichen Gerichtes, 1380 Priester am Prager Dom. Nepomuk studierte an der Prager Universität Kirchenrecht und holte sich in Padua den Doktorhut. Seit dem Jahre 1389 war Nepomuk Generalvikar des Erzpischofes. Da geschah es: am 20. März 1393 wurde Johannes Nepomuk mit zwei weiteren Geistlichen durch König Wenzel IV. gefangen genommen. Nepomuk war der Beichtvater der Königin. Vermutlich wollte König Wenzel erfahren, was seine Frau dem Priester unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses anvertraut hatte. Doch Joannes schwieg - trotz grausamer Folter. Schließlich gab der König den Befehl, Johannes Nepomuk von de Moldaubrücke in den reißenden Fluss zu stürzen.

Nachdem man seinen Leichnam geborgen hatte, wurde er im Dom zu Prag bestattet. Als man 1719 sein Grab öffnete, war die Zunge des Toten unverwest. Der heilige Johannes Nepomuk gilt daher als „Märtyrer des Beichtgeheimnisses" bis heute. An seiner Gestalt wird sichtbar, wie sehr die katholische Kirche das Beichtgeheimnis emst nimmt. Heute sehen wir den „Brückenheiligen" auf vielen Brücken stehen: mit dem Kreuz in der Hand, einem Sternenkzanz über dem Haupt (der Legende nach soll der Heilige, inmitten eines Lichtkranzes, die Moldau hinabgetrieben sein) und gelegentlich auch mit dem Finger aut dem Mund. Der heilige Nepomuk ist der Patron der Priester und Beichtväter.

St. Johannes Nepomuk - Statue vor der Wallfahrtsbasilika Sieben Schmerzen Mariae

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