Pfarrkirche Am Schöpfwerk

Kirche zum Akathist der Allerheiligsten Gottesmutter Maria in Wien, Jänner 2023

Die Kirche zum Akathist der Allerheiligsten Gottesmutter Maria (serbisch: Храм Акатиста Пресвете Богородице, Hram Akatista Presvete Bogorodice) ehemals Pfarrkirche Am Schöpfwerk war bis 2022 eine römisch-katholische Pfarrkirche, die dem Patronat des hl. Franz von Assisi anvertraut war. Sie war die jüngste Kirche im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling.

Die Kirche wurde 2022 von der römisch-katholischen Kirche der serbisch-orthodoxen Kirchen zur Nutzung übergeben. Das wurde damit begründet, dass zur Zeit ihrer Gründung im Jahr 1982 am Schöpfwerk gut 5000 Katholiken lebten, aber durch die demographische Entwicklung diese Zahl auf knapp 1000 gesunken war. Gleichzeitig stieg der Anteil der Bewohner mit orthodoxer Konfessionszugehörigkeit.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

Durch das Gelände bedingt besteht die Kirche aus zwei Ebenen, deren unteres Geschoß die Pfarrgemeinschaftseinrichtungen und die Pfarrkanzlei beherbergte, während im oberen Geschoß der eigentliche Kirchenraum angesiedelt ist. Das Gebäude setzt sich aus kubischen Elementen zusammen, die symmetrisch gestaffelt in Form einer Stufenpyramide aufsteigen. Die tragenden Elemente sind verputzt und bestehen aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion, während dazwischen Sichtziegelmauerwerk eingefügt ist. Ein siebengeschoßiger Campanile ohne Verbindung zur Kirche erhebt sich beim niedrigen Vestibül des Eingangsbereiches. Dieser trägt keine Glocken, nachdem dies in einer Umfrage unter Anrainern abgelehnt wurde.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

Das Kirchengebäude wurde in Form einer Stufenpyramide auf einem schmalen Grundstück in die Gebäudestruktur der Wohnhausanlage eingegliedert. Von außen prägen das dunkelrote Ziegelmauerwerk und der auch aus einiger Distanz sichtbare "Campanile" das Bild der Kirche. Die Neigung des Geländes ließ eine zweigeschossige Architektur zu: Auf der Ebene des erhöhten Platzes wurden der Kirchenraum, die Kapelle und die Sakristei konzipiert; auf der unteren Ebene befinden sich die Gemeinschaftsräume und das Pfarrsekretariat.

Der Eintritt in die Kirche erfolgt über einen Vorraum, der die Sakralräume auf der oberen Ebene mit den darunter gelegenen Gemeinschaftsräumen verbindet. Schon bei einem ersten Blick durch die kassettenförmig angeordneten Glasflächen der Eingangstüre vermittelt der Kirchenraum Heiterkeit und Leichtigkeit.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

Eine Stiege führt von den Räumen des Erdgeschoßes zum zentralen Vestibül, über das der Kirchenraum betreten werden kann. Dieser besteht aus einem Zentralraum über einem griechischen Kreuz mit einem Umgang aus Betonstützen. Die kubischen in den Raum vorkragenden Elemente münden an der Spitze der Stufenpyramide in einer Art Laterne aus Glasfenstern. Der weiße Innenraum, durch grün-goldene Keramikfliesen gegliedert, erinnert an den Jugendstil.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

In der Decke befinden sich dunkelblaue Kuppeln, die in Kombination mit der Beleuchtung einen Sternenhimmel bilden. Die vier oberen Kuppeln stellen den Sonnengesang dar. Der Raum fasst 220 Sitz- und 400 Stehplätze.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

Die Einrichtung bestand in der Zeit als katholische Kirche aus einem zentralen Keramikaltar, der auf zwei Stufen erhöht war. Dahinter befand sich ein Kruzifix aus dem 19. Jahrhundert. Carry Hauser schuf das Bild einer Pietà, Michael Fuchs, der Sohn von Ernst Fuchs, das Bild des hl. Franz von Assisi. Kreuzweg und Weihwasserbecken waren aus Keramik von Franz Josef Altenburg, die Schmuckornamentik stammte von Traude Windbrechtinger.

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023

Serbisch-Orthodoxe Kirche, Tempel der Jungfrau

 Pfarrkirche Am Schöpfwerk, Jänner 2023